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1845

Bau der „Neuen Mühle“ unten am Leidenecker Weg im Flur „Oben im Brühl“. Das Wasser wird vom Bröhlbach durch einen Graben am Berg vorbei in den Mühlenteich ge-leitet. Der Abfluß ebenfalls in den Bach.

Teilhaber sind: Peter Bohn Vorstehr, Adam Merg, Theisen, Kaufmann, Weber, Junker, Heinrich Merg, Münch, Wendling, Peiter, Johann Bleeß, Marx, Herrman, Gewehr, Schneider in Eidam. 21)

Genehmigt: 17. Juni 1845 Amtbürgermeister Cadenbach.

1843

Statistik:
Gebäude:44 Wohnhäuser, 68 Nebengebäude
Bevölkerung:251 Einwohner, 50 Familien. 20)
Berufe:Nebenberufliche Handwerker: 12 Leinwand- , Strumpfweber, 1 Schuhmacher, 4 Zimmerleute, 1 Tischler, 1 Böttcher und Kleinbinder, 1 Hufschmied, 5 Schlosser und Messerschmiede.
Vieh:11 Pferde, 3 Füllen, 2 Bullen, 60 Ochsen, 75 Kühe, 80 Jungvieh = 217 Rindvieh, 145 Schafe, 1 Ziege, 75 Schweine.

1837

August, der vor zwei Jahren durch Röhre geleitete Brunnen hat sich während der Trockenzeit sehr gut gehalten und waren hinlänglich mit Wasser versorgt; aber er ist aus dem Ort, im Weiherchen. Es hat sich in diesem Jahr im Keller eines neuen Gebäudes eine Quelle gezeigt, die mit den anderen im Ort befindlichen, noch nie vertrockneten Brunnen, soviel Wasser liefern wird als wir nötig haben. Bohn, Schöffe. 19)

November zweite Brunnenleitung gelegt. (zweimal, weil beim erstenmal die Rohre zerbrachen). Brunnen auf dem Kistenborn Nähe Dielphilippse, Auslauf bei Peter Gewehrs Scheuneneck, durch die Großbitz, ebenfalls Überlauf vom Backesweiher. Das Vieh brachte man zum Tränken an diese Anlagen, bestanden in verbesserter Form weiter bis die Wasserleitung gebaut war.

1834

Im Frühjahr auf der Kappeler Heid, ober der Zeller Straß, das 1818 mit Eicheln, Bucheln und Birkensamen eingesäte, aber schlecht bepflanzte Stück mit Rottannen- und Fichten-samen besät. Hierbei kam es zum offenen Streit zwischen dem Schöffen und Gemeinde-gliedern: die Gemeinde war bereit den Samen zu bestellen, da es lange Jahre keine Eicheln, Bucheckern, noch Birkensamen gab. Als man den Samen abholen sollte, war die Stimmung umgeschlagen: das Holzsortiment sei nicht dienlich für die Gemeinde, keine Gewinnung von Laub, keine Weide, Moos noch Heide für Sträußel.

Der Schöffe ließ den Samen trotz allem abholen und säen.

1833

Mai, unter der Zeller Straße im Odenwald, ein Stück früher geschiffelter Heide und das was früher zu Wald angelegt war, ober den Erlen bis an die Straße, mit Nadelholz besät.

1830 - 1833

Neuvermessung der Gemarkung und ein Kataster erstellt. Eine neue Grundsteuer - Besteuerung erfolgte: „und wurden ziemlich erniedrigt, hatten früher 440 Reichstaler, jetzt nur noch 270“.

1824

Juni, der neue Schindanger ist fertig. Die „Schinkaul“ befand sich auf der Hundheimer Heide, unterste Ecke zur Finkenheck. (1935 neue Anlage in der Lehmkaul). Der Wasenmeister-Abdecker-Beck aus Castellaun, enthäutete das verendete Vieh und begrub es in der Kaule. Die Häute kamen nach Castellaun in die Gerberei zum Gerben von Leder. Notgeschlachtetes Vieh, das noch verwertbar war, verteilte man gegen einen geringen Geldwert unter die Leute. Jeder, auch Aushaltsleute mußten ihren Teil annehmen. 19)

1820

22. Juni hat der Zimmermann unser Gemeindehaus aufgeschlagen. Im Untergeschoß be- findet sich ein Backraum mit Backofen, eine Apfelmahlmühle, ein Kelter und ein Raum für die Feuerspritze. Im Obergeschoß zwei Stuben: die kleinere für die katholische und die größere für die evangelische Schule. Außerdem wurde dort der Gemeindetag und andere Zusammenkünfte der Gemeinde abgehalten. 16)

Die Kosten für den Bau betrugen: 612 Gulden, 49 Kreuzer, das Bauholz aus dem Ge-meindewald, Hand- und Spanndienste, sowie Beköstigung für die Handwerksleute durch die Einwohner des Dorfes. Ein Teil des Geldbetrages mußte durch Versteigerungen von 13 gemeindeeigenen Ackerstücken erbracht werden. 17)

Gebäude:35 Wohnhäuser, 25 Ställe, Scheunen, Schoppen
Mühlen:Freisenmühle, eine auf Crasteler Bann. 12)
Bauweise:2 Fachwerk, zum Teil massiv, 59 ganz aus Holz
Dach:26 Metall, Stein, Ziegeln, 35 Stroh oder Rohr
Einwohner:32 Familien, 193 Einwohner, darunter 22 Knaben, 19 Mädchen, 8 stehendes Heer (21-25 Jahre).
Vieh:22 Pferde, 3 Füllen, 2 Bullen, 36 Ochsen, 61 Kühe, 95 Jungvieh = 194 Rindvieh, 142 Schafe, 57 Schweine.
Sonstige:2 Tagelöhner, 7 Mägde, 1 Lehrer, 1 Person in würdlichen Diensten, 4 Webstühle
Besitz:über 15 Morgen 14 -, unter 15 Morgen 16 Eigentümer = 30 LDW-Besitzer
Aufnahme der Grundbesitzer als Gemeiner oder Gemeindsleute in die Gemeinde: 13)

1816

14. Mai, Völkenroth gehört zum neugebildeten Kreis Simmern und zur Bürgermeisterei Kastellaun. Für die Gemeindeverwaltung ist der Schöffe mit Beystand und Gemeinderat verantwortlich.

Statistik:

1815

5. April, durch Beschluß des „Wiener Kongresses“ wird unser Gebiet dem Königreich Preußen angeschlossen. 11)

1813/14

In der Neujahrsnacht überschreitet der preußische Marschall Blücher bei Kaub den Rhein und führt seine Truppen über Rheinböllen weiter nach Westen.

1801

Im Frieden von Luneville kamen die linken Rheinlande zu Frankreich. Die Grafschaft Sponheim wird aufgelöst. Abfassung der Akten und Urkunden in französicher Sprache. 10)

Aufhebung des Lehnswesen und der Feudalherrschaft. Die Lehnsleute sind (soweit noch nicht geschehen) freie Bauern und Bürger mit eigenem Grund-besitz.

Neue Verwaltungseinheiten entstehen: Arrondissement Simmern, Canton und Maire Castellaun. Der Schultheiß im Ort wird zum Munizipalrath.

Zwar wurden die bisherigen Feudallasten abgeschafft, aber andere traten an deren Stelle. Dazu kamen Naturallieferungen wie: Fleisch, Brot, Heu, Hafer zur Unterhaltung der französischen Truppen. Pferde und Wagen zum Transport der Materialien. Die Gemeinden mußten Kriegskosten aufbringen, dazu wurde das Holz in den Wäldern abgeholzt und verkauft. Die Erzgruben ausgebeutet, die jungen Männer zu Kriegsdienst einberufen, viele starben auf den Schlachtfeldern Napoleons.

Im Königreich Preußen und dem zweiten deutschen Kaiserreich.